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Medieninformation Werner Sobek

27. Juni 2018

Werner Sobek: „Ein Umdenken im Bauwesen ist dringend erforderlich!“

Die neu eröffnete Experimentaleinheit UMAR zeigt auf, dass konsequent ressourcenschonendes Bauen möglich ist.


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Auf dem Campus des schweizerischen Forschungsinstituts Empa eröffnete Anfang Februar die Experimentaleinheit „Urban Mining & Recycling“ (UMAR): ein sortenrein aus wiederverwendbaren, wiederverwertbaren oder kompostierbaren Materialien konstruiertes Wohnmodul, das aus drei Räumen besteht. Der Entwurf stammt von Werner Sobek mit Dirk Hebel und Felix Heisel. Prof. Sobek ist Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart und Gründer der gleichnamigen Firmengruppe. Die Experimentaleinheit UMAR zeigt auf, dass es möglich ist, ressourcenschonend zu bauen und zugleich eine ansprechende Architektur zu schaffen.

„Das anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung und zur Neige gehende Ressourcen erfordern dringend ein Umdenken im Bauwesen“, formuliert Werner Sobek sein Anliegen. Der in Stuttgart ansässige Architekt und Ingenieur gilt als Pionier des nachhaltigen Bauens und widmet sich dieser Aufgabe mit zahlreichen Projekten in Forschung und Lehre. Auch sein jüngstes Vorhaben – die neu eröffnete, experimentelle Wohneinheit UMAR – ist von globalem Interesse und mit verschiedenen Institutionen verbunden.

Die Experimentaleinheit Urban Mining & Recycling (UMAR) ist Teil des Forschungsgebäudes NEST auf dem Campus der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) im schweizerischen Dübendorf. Entworfen wurde das sortenrein aus wiederverwendbaren, wiederverwertbaren oder kompostierbaren Materialien konstruierte Wohnmodul von Werner Sobek mit Dirk E. Hebel und Felix Heisel, beide vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Nachhaltiges Bauen. Es zeigt auf, dass es möglich ist, verantwortlich mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen und zugleich eine ansprechende Architektur zu schaffen – eines der wichtigsten Anliegen von Werner Sobek.

Wiederverwendbar, wiederverwertbar oder kompostierbar
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Sämtliche zur Herstellung eines Gebäudes benötigten Ressourcen müssen vollständig wiederverwendbar, wiederverwertbar oder kompostierbar sein – das ist die dem Entwurf der UMAR zugrundeliegende These. Eine zentrale Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft: Die verwendeten Materialien werden nicht verbraucht und dann entsorgt; sie sind vielmehr für eine bestimmte Zeit aus einem technischen beziehungsweise natürlichen Kreislauf entnommen und werden später wieder in diese Kreisläufe zurückgeführt. Wiederverwendung und Wiederverwertung spielen hierbei eine ebenso große Rolle wie Recycling und Upcycling. Dies erfolgt auf systemischer wie auf molekularer beziehungsweise biologischer Ebene, z.B. durch Einschmelzen oder Kompostierung. UMAR ist so zur gleichen Zeit temporäres Materiallager und Materiallabor.

Folgende Ansätze liegen der Experimentaleinheit UMAR zugrunde:
• Temporäres Entnehmen bzw. Entleihen statt permanentem Erwerben und Entsorgen
• Maximale Modularisierung und Vorfertigung
• Sortenreine Entnehmbarkeit aller Materialien und Produkte

Die Werkstoffe:
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u.a. unbehandeltes Holz, rezyklierfähige Metalle, Recyclingsteine und wiederverwertete Isolationsmaterialien

Der komplett vorfabrizierte und im Werk getestete Bau ist in Modulbauweise ausgeführt. Das Tragwerk besteht ebenso wie große Teile der Fassade aus unbehandeltem Holz, das nach dem Rückbau wiederverwendet bzw. kompostiert werden kann. Die Fassade besteht darüber hinaus aus Aluminium und Kupfer. Beide Metallarten können sortenrein eingeschmolzen und rezykliert werden. Im Innenbereich werden verschiedenste, seriell verarbeitete Bauprodukte eingesetzt, deren unterschiedliche Materialien rückstandsfrei in ihre unterschiedlichen Stoffkreisläufe zurückgeführt werden können. Unter anderem kommen hier gewachsene Myzeliumplatten, innovative Recyclingsteine, wiederverwertete Isolationsmaterialien, geliehene Bodenbedeckungen, sowie eine multifunktionale Solarthermieanlage zum Einsatz.

Ideengeber für das ressourcenschonende Bauen von morgen
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Die Unit UMAR ist nicht nur ein Materialspeicher, sondern auch ein öffentlicher Informationsspeicher, der als Vorbild und Anregung für andere Bauvorhaben dienen soll. „Wir müssen künftig mit sehr viel weniger Materialien für sehr viel mehr Menschen bauen. „UMAR will einen Beitrag zum fälligen Paradigmenwechsel im Bauwesen leisten. Das Modul dient als Laboratorium und Testlauf für ein Bauprojekt ebenso wie für den damit verbundenen Prozess. Ziel ist es, mit Partnern aus Planung, Verwaltung und Produktion zentrale Fragen des Bauwesens und des Ressourcenverbrauchs zu betrachten und daraus innovative Werkzeuge und Methoden zu entwickeln“, formuliert Werner Sobek sein Anliegen.

Daten und Fakten:
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Projektteam: „Urban Mining & Recycling“
Bauherrschaft: Empa, Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, Dübendorf, Schweiz
Konzeption, Entwurf und Objektplanung: Werner Sobek mit Dirk E. Hebel und Felix Heisel, Stuttgart und Karlsruhe, Deutschland

Über Werner Sobek
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Die 1992 von Prof. Werner Sobek gegründete und nach ihm benannte Firmengruppe steht weltweit für Engineering, Design und Nachhaltigkeit. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Berlin, Buenos Aires, Dubai, Frankfurt, Hamburg, Moskau, New York und Stuttgart und beschäftigt über 350 Mitarbeiter. Die Projekte, für die Werner Sobek verantwortlich zeichnet, überzeugen durch hochwertige Gestaltung auf der Basis von erstklassigem Engineering und ausgeklügelten Konzepten zur Minimierung von Energie- und Materialverbrauch. Herausragende Preise, mit denen Werner Sobek ausgezeichnet wurde, sind der Fritz-Leonhardt-Preis 2015, der Balthasar-Neumann-Preis 2017 und der Global Award for Sustainable Architecture 2019.