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3. November 2021

Experimentierfreude fördern
Das von a+r Architekten sanierte und erweiterte Kinderhaus Wieseneck bietet vielfältige Räumlichkeiten für mehrere Kindergruppen und ein multiprofessionelles Betreuerteam.


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<p><span>Das Kinderhaus Wieseneck bei G&ouml;ppingen wurde von a+r Architekten entworfen und im Jahr 2021 f&uuml;r &bdquo;Beispielhaftes Bauen Landkreis G&ouml;ppingen 2014-2021&ldquo; ausgezeichnet. Das neue Ensemble besteht aus einem behutsam sanierten Bestandsbau aus dem Jahr 1913 und einem daran angebundenen Neubau mit einer ausdrucksvollen, vertikalen Holzfassade. Foto: Marcus Ebener</span></p><p><span>Die vertikale, gerundete Holzfassade stellt einen feinen Kontrast zum Bestandsbau mit Putzfassade und Satteldach her. Aufgrund ihrer nat&uuml;rlichen Materialit&auml;t erzielt sie eine ansprechende und einladende Wirkung. Mit einem gl&auml;sernen Zwischenbau sind beide Geb&auml;ude zu einem Ensemble verbunden. Foto: Marcus Ebener</span></p><p><span>Eine besondere Herausforderung bedeutete es f&uuml;r a+r Architekten, mit der maroden Bausubstanz des bestehenden Kindergartengeb&auml;udes umzugehen und dieses stimmig an den Erweiterungsbau anzuschlie&szlig;en. Das historische Bestandsgeb&auml;ude lag als Solit&auml;r in einer parkartigen Gr&uuml;nfl&auml;che am Ortsrand. In der Planung wurde darauf geachtet, auch der Erweiterung eine eigene Identit&auml;t zu vermitteln. Foto: Marcus Ebener</span></p><p><span>Bildet das Herz des Kinderhauses: die Spieltreppe in der Mitte des Neubaus. Die fein geschwungene Konstruktion erschlie&szlig;t &uuml;bersichtlich die einzelnen Bereiche und definiert vielf&auml;ltige Spielzonen vor den Gruppenr&auml;umen. Foto: Marcus Ebener</span></p><p><span>Das Kinderhaus bietet ein familien&auml;hnliches Konzept mit Ganztagesbetreuung an, so dass sich einige Kinder bis zu 10 Stunden in den R&auml;umlichkeiten aufhalten. In der Planung hat a+r Architekten auf die unterschiedlichen Bed&uuml;rfnisse von Kindern und Betreuungsteams R&uuml;cksicht genommen. Die Spieltreppe windet sich in sanftem Schwung durch die Mitte des Neubaus und erschlie&szlig;t Spielzonen vor den Gruppenr&auml;umen, Sitzecken und ruhigere Bereiche zum Entspannen. Foto: Marcus Ebener</span></p><p><span>Grundriss des Kinderhauses Wieseneck in Jebenhausen bei G&ouml;ppingen</span><span></span></p><p><span>Lageplan des Kinderhauses Wieseneck in Jebenhausen bei G&ouml;ppingen</span></p><p><span>Schnitt des Kinderhauses Wieseneck in Jebenhausen bei G&ouml;ppingen</span><span></span></p>

„Viel Platz für vielfältige pädagogische Arbeit“, kommentierte die regionale Tageszeitung Südwest Presse in einer Sonderveröffentlichung die Einweihung des Kinderhauses Wieseneck in Jebenhausen bei Göppingen, das von a+r Architekten umfangreich saniert, umgebaut und erweitert wurde. Die Planungs- und Bauzeit zog sich über einen Zeitraum von annähernd fünf Jahren und hat sich nach Aussage der Kinderhausleiterin Elke Karaus-Lein „mehr als gelohnt“. Das neue Ensemble besteht aus einem behutsam sanierten Bestandsbau aus dem Jahr 1913 und einem Neubau mit einer vertikalen Holzfassade. In den beiden Baukörpern, die durch einen Zwischenbau miteinander verbunden sind, befinden sich Räumlichkeiten für bis zu 100 Kinder sowie ein 25-köpfiges, multiprofessionelles Team. Geplant wurde auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit: a+r Architekten haben den alten Baumbestand weitgehend erhalten und den Erweiterungsbau so gestaltet, dass er aufgrund seiner Bauform den Wärmeverlust minimiert. Im September 2021 wurde das Projekt für „Beispielhaftes Bauen Landkreis Göppingen 2014-2021“ von der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen hatte den Vorstand der Stiftung Kinderheim Wieseneck dazu veranlasst, das bestehende Kinderhaus im Göppinger Ortsteil Jebenhausen zu sanieren und zu erweitern. Was mit zwei Gruppen im alten Kinderhaus begann, weitete sich im Laufe der Zeit immer mehr aus, so dass Umbau, Sanierung und Erweiterung unumgänglich wurden. Nach den baulichen Maßnahmen wurde es möglich, bis zu ca. 100 Kinder im Alter von 1 – 10 Jahren aufzunehmen und das Kinderhaus in vier verschiedene Fachbereiche mit insgesamt acht Gruppen zu untergliedern. Auf dem gesamten Gelände werden nach Aussage der Kinderhausleiterin zur Zeit 155 Kinder betreut. 55 davon in weiteren, temporär errichteten Gebäuden. Das zeigt den in den vergangenen Jahren enorm gestiegenen Betreuungsbedarf.  

Ein lernfreudiges Umfeld schaffen
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Bereits im Jahr 1913 wurde die Stiftung Wieseneck von Pfarrer Christoph Blumhardt aus Bad Boll und Schwester Anna von Sprewitz gegründet und war ihrer Zeit weit voraus: Zweck der Stiftung war, dass „solche Kinder der Einwohner Jebenhausens ohne Unterschied der Konfession vom 3. Lebensjahr ab, tagsüber kostenlose Aufnahme und Verpflegung finden, deren Eltern, Vater oder Mutter außerhalb ihrer Wohnung beschäftigt sind.“ 
In der Konzeption der Stiftung des Kinderhauses aus dem Jahr 2020 wird zudem festgehalten, dass „in einem lernfreudigen Umfeld Selbstbewusstsein, Neugierde und Experimentierfreude in Ruhe gedeihen können“. Auch die Architektur fördert diese Haltung.

Behutsam an den Bestand angeschlossen
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Eine besondere Herausforderung bedeutete es zunächst, mit der maroden Bausubstanz des bestehenden Kindergartengebäudes umzugehen und dieses stimmig an den Erweiterungsbau anzuschließen. Das historische Bestandsgebäude lag als Solitär in einer parkartigen Grünfläche am Ortsrand. In der Planung wurde darauf geachtet, auch der Erweiterung eine eigene Identität zu vermitteln. Zugleich sollte sie harmonisch in den Garten eingefügt werden. Entstanden ist ein Gebäude, das durch seine vertikale, gerundete Holzfassade einen feinen Kontrast zum Bestandsbau mit Putzfassade und Satteldach herstellt. Aufgrund dieser natürlichen Materialität erzielt die Fassade eine sehr ansprechende und einladende Wirkung. Mit einem gläsernen Zwischenbau sind beide Gebäude zu einem Ensemble verbunden.

Geplant wurde auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit: die kompakte Hülle des Erweiterungsbaus minimiert aufgrund ihrer geringen Oberfläche den Wärmeverlust und ermöglichte es, den alten Baumbestand zu erhalten.

Das Kinderhaus bietet ein familienähnliches Konzept mit Ganztagesbetreuung an, so dass sich einige Kinder bis zu 10 Stunden in den Räumlichkeiten aufhalten. In der Planung wurde auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder Rücksicht genommen. Das Herz des Kinderhauses bildet die Spieltreppe, die sich in sanftem Schwung durch die Mitte des Neubaus windet und übersichtlich die einzelnen Bereiche erschließt: vielfältige Spielzonen vor den Gruppenräumen, Sitzecken und ruhigere Bereiche zum Ausruhen und Entspannen. 

Im September wurde das Kinderhaus Wieseneck für „Beispielhaftes Bauen Landkreis Göppingen 2014-2021“ von der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnet.

https://www.akbw.de/baukultur/beispielhaftes-bauen.html

Zu den Bewertungskriterien zählen unter anderem: äußere Gestalt, Innenraumgestaltung, Gesamteindruck und Zeitbezug sowie Nachhaltigkeit unter ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Aspekten. "Die organische Form des Erweiterungsbaus steht selbstverständlich auf dem Gelände mit seinem alten Baumbestand. Zusammen mit dem behutsam sanierten Bestandsgebäudeu und der kindgerechten, abwechslungsreichen Außenanlage ist es geeignet, die Lebenswelt der Kinder allumfassend zu begleiten", lautet ein Auszug aus dem Juryurteil. 

Stuttgart/Tübingen, im Oktober 2021
Abdruck honorarfrei / Beleg erbeten

Daten + Fakten
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Wettbewerb 1. Preis 2014
Ausführung: 2016 - 2019
Ausführung Umbau Bestand ab 2018
Standort: Göppingen
Bauherr: Stiftungsvorstand der Stiftung Kinderheim Wieseneck
Fotografie: Marcus Ebener

Beteiligte Unternehmen:
Bauleitung: Gaus + Knödler Architekten Partnerschaft mbB, Göppingen
Tragwerkplaner: Hagedorn Ingenieure, Göppingen
Bauphysik: J. Paech und Steffen Bitsch, Göppingen
Energieberatung: Städtische Endergieberatung, Göppingen
Elektroplanung: Elektroplan Ingenieure GmbH, Göppingen
HLS: GECON Engineering und Consulting GmbH, Göppingen
Außenanlagen: Büro für Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur, Reichenbach/Fils

Über a+r Architekten
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a+r Architekten stehen für eine solide, umweltverträgliche und zukunftsorientierte Architektur mit einer überzeugenden Expertise im Bereich des nachhaltigen Bauens – auch im Bestand. Das 1985 von Prof. Gerd Ackermann und Prof. Hellmut Raff gegründete Büro mit Standorten in Stuttgart und Tübingen zählt rund 100 Mitarbeiter und steht heute unter der Leitung von Oliver Braun, Florian Gruner, Alexander Lange und Walter Fritz. Vorwiegend bauen a+r Architekten für öffentliche Auftraggeber, Industrie und Gewerbe, für kommunale Wohnbauunternehmen sowie für soziale Einrichtungen. Das Büro konzentriert sich auf eine angemessene, ökologische, funktionale und daraus resultierend innovative Bauweise und wurde dafür mit renommierten Preisen ausgezeichnet.

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