Die Materialwahl verbindet Robustheit mit Atmosphäre. Sandgestrahlte Betonoberflächen prägen die beiden Sockelebenen innen wie außen, von den Treppenhäusern bis zu den Betonfertigteilen der Fassade. Darüber legen blaugrüne Faserzementplatten, farblich abgestimmt auf die bestehenden Schulbauten, eine fein rhythmisierte Hülle um die oberen Ebenen. Innen prägt Weißtanne Fenster, Türen, Einbauten, Wandflächen und Sitznischen. Betonwerkstein gibt den stark frequentierten Bereichen Dauerhaftigkeit, Glas stellt Blickbeziehungen her.
In diesen Entscheidungen zeigt sich das Projekt als gemeinsames Werk von Bauherrschaft und Architekturbüro. Neben den ökologischen Aspekten wird Nachhaltigkeit hier als Frage von Bestandserhalt, Material, gutem Altern und Alltagstauglichkeit verstanden. „Wir haben Materialien, Wartung, Pflegeaufwand und Alterungsfähigkeit früh geprüft“, sagt Stefanie Lüdigk, zuständige Abteilungsleiterin beim Landkreis Tübingen und Vertreterin der Bauherrschaft. „Uns war wichtig, dass die Oberflächen dem intensiven Schulalltag standhalten, ihre Qualität langfristig bewahren und dem Gebäude eine dauerhaft angemessene Präsenz verleihen.“
Dieser Anspruch reicht bei a+r Architekten bei allen Projekten weit über die Fertigstellung hinaus. Walter Fritz besucht immer wieder ältere Projekte und beobachtet, wie Materialien altern, wie Oberflächen Gebrauchsspuren aufnehmen und wie Gebäude ihre Qualität im Alltag behaupten. „Ein gutes Gebäude muss sich auch nach vielen Jahren noch richtig anfühlen“, sagt der Projektleiter von a+r Architekten. „Dafür braucht es Materialien, die Nutzungsspuren gut aufnehmen.“