Für Flora Immler steht dabei vor allem die Wirkung des Raumes im Mittelpunkt. „Ein Badezimmer sollte ein Ort sein, an dem man entschleunigt“, ist die Expertin für japanische Raumkonzepte überzeugt. Gerade in einer Zeit permanenter Reizüberflutung gewinne das Bad als persönlicher Rückzugsort an Bedeutung. Im Zentrum japanischer Badkultur steht das bewusste Erleben des Raumes. Materialien, Licht, Übergänge und Proportionen werden so eingesetzt, dass eine Atmosphäre entsteht, die den Alltag für einen Moment in den Hintergrund treten lässt. Selbst der freie Raum besitzt Bedeutung. Das japanische Prinzip des „Ma“, die Schönheit des bewusst freigelassenen Raumes, prägt auch die Arbeit von Flora Immler. „In Japan hat auch der leere Raum eine Funktion. Dieses Prinzip des ,Ma‘ prägt meine Arbeit sehr stark“, erläutert sie.
Das gemeinsam entwickelte Konzept übersetzt diese Haltung in eine zeitlose Gestaltungssprache. Natürliche Materialien wie Holz, Stein, Kalk- und Lehmputz sowie Sichtschutzelemente aus Washi-Papier prägen das Erscheinungsbild. Warme Naturtöne, indirekte Beleuchtung und gezielt eingesetzte Kontraste schaffen Geborgenheit und Klarheit zugleich. Übergänge zwischen einzelnen Bereichen werden durch Materialwechsel, Podeste oder unterschiedliche Lichtstimmungen inszeniert und verleihen dem Raum Tiefe und Struktur.