Die Energiebilanz überzeugt. Pfahlgründungen dienen als Geothermiequelle, kombiniert mit einer hochgedämmten Fassade. So bleibt es im Sommer angenehm kühl, ganz ohne Klimaanlage. Ein Temperaturunterschied von wenigen Grad unter der Erde reicht aus, um ein gutes Raumklima zu sichern – ein echter Wohlfühlfaktor im sommerlichen Verwaltungsbetrieb. Im Winter deckt das benachbarte städtische Heizkraftwerk den geringen Heizbedarf. Nutzerinnen und Nutzer schätzen den Komfort und die wartungsarme Haustechnik.
Auch beim Materialeinsatz zeigt sich Weitsicht. Der Bestand blieb weitgehend erhalten, Recyclingbeton und langlebige Ziegel wurden eingesetzt – noch bevor Themen wie graue Energie oder zirkuläres Bauen in der Öffentlichkeit die Präsenz hatten, die ihnen heute zugestanden wird. Damit war das Projekt seiner Zeit voraus.
Heute dient das Technische Rathaus über Tübingen hinaus als Inspiration im Verwaltungsbau, wie Bestand und Neubau sinnvoll verbunden werden können – technisch, organisatorisch, kulturell.
Durch den kompakten Neubau entstand entlang der Ammer neuer Freiraum: Grünfläche, Bouleplatz und Sommernachtskino machen den Ort zu einem beliebten Treffpunkt. Ein städtischer Raum, der über die ursprünglichen städtischen Planungen hinaus das Quartier belebt und bereichert.