„Wir suchen in jedem Projekt den Reiz, mit den wenigen Mitteln, die wir zur Verfügung haben, etwas Gutes zu gestalten“, sagt Oliver Braun, Partner bei a+r Architekten. Was zunächst schlicht klingt, beschreibt in Wahrheit ein anspruchsvolles architektonisches Programm. Denn wer Einfachheit anstrebt, muss umso genauer wissen, was wesentlich ist – städtebaulich, funktional und konstruktiv.
„Zuerst die Stadt, dann das Haus“, so fasst Alexander Lange die Haltung des Büros zusammen. Seit fast 30 Jahren gehört der Partner zu a+r Architekten. Architektur beginnt hier nicht mit dem Wunsch nach Wiedererkennbarkeit, sondern mit dem genauen Lesen eines Ortes, seiner Maßstäbe, seiner Geschichte und seiner räumlichen wie gesellschaftlichen Bezüge. Der Entwurf ist eine Antwort auf Kontext, Nutzung und Verantwortung. Gerade daraus entsteht jene unaufgeregte Qualität, die viele Arbeiten von a+r auszeichnet. Dass diese Haltung auch im Wettbewerbsbetrieb trägt, bringt Florian Gruner, Partner bei a+r, auf den Punkt: „Erfolgreich sind heute die Büros, die kompakt, wirtschaftlich, verantwortungsvoll und sozial wie ökologisch nachhaltig planen und bauen.“ Und er ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Außerdem muss man erst verlieren lernen, um gewinnen zu können.“
In einer Zeit, in der das Spektakuläre allzu oft mit dem Relevanten verwechselt wird, wirkt diese Haltung bemerkenswert zeitgemäß. Vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke von a+r Architekten, dass dieses Büro nicht nach dem spektakulären Auftritt sucht, sondern nach der stimmigen Lösung.
Stuttgart, April 2026
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