24. Februar 2026
Universal Design (UD) bedeutet, Produkte und Räume so zu gestalten, dass sie allen Menschen dienen – unabhängig von Alter, Geschlecht, körperlichen Fähigkeiten oder individuellen gesundheitlichen Bedürfnissen. TOTO verfolgt diesen Ansatz seit Jahrzehnten und hat ihn nun im eigenen Universal Design Studio systematisiert. Dort entsteht Gestaltung, die sich an realen Nutzungssituationen orientiert und weit über technische Normen hinausgeht. Anhand folgender Beispiele wird sichtbar, wie dieser Anspruch im Alltag einer vielfältigen Gesellschaft wirksam wird und welche Rolle konsequente Nutzerorientierung bei der Planung moderner Sanitärräume spielt.
TOTO stellt den Menschen ins Zentrum jedes Gestaltungsschritts. Im Universal Design Studio arbeiten Fachleute aus Design, Architektur, Technik, Produktentwicklung und Anthropometrie – der Lehre von den Maßen des menschlichen Körpers – eng zusammen, um Produkte und Räume für möglichst viele Menschen zugänglich und benutzerfreundlich zu gestalten. Entscheidungen basieren nicht auf Annahmen, sondern auf Tests mit Nutzerinnen und Nutzern mit unterschiedlichsten Bedürfnissen. Sie prüfen, ob Orientierung, Bedienlogik, Bewegungsabläufe und Sicherheitsaspekte stimmig sind. Dieses Verfahren stellt sicher, dass Produkte und Raumkonzepte in alltäglichen Situationen funktionieren – im Privatbad ebenso wie in hochfrequentierten öffentlichen Bereichen.
Seit den 1960er-Jahren entwickelt TOTO Sanitärlösungen mit besonderem Fokus auf die Anforderungen von Menschen mit Einschränkungen. Dieser langjährige Erfahrungsschatz prägt die heutige Arbeit ebenso wie der Leitgedanke des Gründers, wonach Freundlichkeit und Respekt den Ausgangspunkt jeder Innovation bilden. Darauf aufbauend analysiert TOTO die spezifischen Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen – von älteren Menschen und Eltern mit Kleinkindern über Personen verschiedener Geschlechtsidentität bis hin zu Menschen mit Behinderungen oder Stomapatientinnen und -patienten – und übersetzt diese in konkrete Gestaltungsempfehlungen. „Universal Design ist kein Nischenthema, sondern eine zentrale Planungsaufgabe unserer Zeit. Gerade im Bad zeigt sich, wie sehr gute Gestaltung über Komfort, Selbstständigkeit und Würde entscheidet – im privaten wie im öffentlichen Raum,“ fasst Matthias Kortenhorn, Verkaufsleiter Nord-West Deutschland & Senior Sales Manager bei TOTO Europe, zusammen. In einer Gesellschaft, die durch demografische Veränderungen und eine steigende Lebenserwartung geprägt ist, gewinnt die konsequente Umsetzung von Universal Design zunehmend an Relevanz – in Japan ebenso wie in Deutschland.
Im Tokioter Bezirk Shibuya entstand von 2020 bis 2024 mit dem Tokyo Toilet Project ein Ansatz, der öffentliche Toiletten bewusst neu interpretiert und gekonnt inszeniert. Das mittlerweile weltbekannte Stadterneuerungsprojekt umfasst 17 Standorte, an denen 16 internationale Stararchitektinnen und -architekten – darunter die Pritzker-Preisträger Tadao Ando, Toyo Ito und Shigeru Ban – jeweils ein bzw. zwei Toilettenhäuser für die Öffentlichkeit entworfen haben. Sie entwickelten jeweils eigenständige Konzepte, die funktionale Infrastruktur mit architektonischer Ausdruckskraft verbinden.
TOTO begleitete die Initiative der Nippon Foundation als Berater und Ausstatter der sanitären Einrichtungen und brachte sein Know-how im Universal Design ein. Ziel aller Beteiligten war es, öffentliche Toiletten nicht nur hygienischer, sondern grundlegend attraktiver zu machen, zu einem Ort, der selbstverständlich, sicher und vor allem von jedem Menschen gern genutzt wird. Jede Toilette ist individuell ausgestattet und architektonisch unverwechselbar – ein Zusammenspiel aus Funktionalität, Orientierung und einem Universal-Design-Verständnis, das sich konsequent an realen Bedürfnissen orientiert.
Auf der Expo 2025 schuf der Osaka Healthcare Pavillon ein gesteigertes Bewusstsein für ganzheitliche Gesundheit. Besucherinnen und Besucher konnten an unterschiedlichen Erlebnisstationen Technologien und Konzepte entdecken, die Ernährung, Körper, Geist und die Integration persönlicher Gesundheitsdaten miteinander vernetzten.
In dieses Gesamtkonzept waren auch die barrierefreien Sanitärräume integriert, die TOTO als offizieller Partner der Expo 2025 bereitgestellt und konzipiert hatte. Für die Entwicklung arbeitete TOTO eng mit 22 „Problemsuchern“ zusammen – Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen, die ihre Erfahrungen einbrachten, um die Nutzung öffentlicher Toiletten zu verbessern. Im TOTO Technical Center wurden Ausstattung und Raumaufteilung praxisnah getestet und anhand maßstabsgetreuer Modelle optimiert. Das Ergebnis ist eine Toilette der Zukunft, die nicht nur funktional, sondern sozial inklusiv ist und allen Nutzerinnen und Nutzern ein Gefühl von Respekt und Willkommen sein vermittelt.
Auf der japanischen Insel Miyajima, nur wenige Schritte vom berühmten Itsukushima-Schrein entfernt, entstand die Miyajima Omotenashi Toilet. Der öffentlich zugängliche Sanitärraum vereint Komfort, Orientierung und Ästhetik. Großzügige Bewegungsflächen ermöglichen Menschen mit Rollstuhl und deren Begleitpersonen genügend Platz, während klar strukturierte, leicht verständliche Bedienelemente für alle intuitiv nutzbar sind. Die Gestaltung setzt auf warme Materialien, angenehme Lichtführung und eine einladende Atmosphäre, sodass der Raum mehr ist als eine funktionale öffentliche Toilette. Er wird zu einem Ort, an dem sich Besucherinnen und Besucher willkommen fühlen und die Philosophie des UD von TOTO ganz real erleben können.